Julian Schnabel

Der neoexpressionistische Maler Julian Schnabel gilt als einer der Hauptvertreter des New Image Painting, einer Stilrichtung, die sich in den achtziger Jahren in New York etablierte und sich als Gegenbewegung zur Konzeptkunst formierte. Kennzeichen des New Image Painting ist eine individualisierte freie Figuration, die gestisch-spontane malerische Werke entstehen lässt. So ist das Schaffen Schnabels, heute der wohl bekannteste Maler des New Image Painting, wie das kaum eines anderen Künstlers der Gegenwart mit seiner Person, seinen Expressionen und subjektiven Ansichten verbunden. Und doch verhandelt er in seinen Bildern starke Themen wie Obsession, Sexualität, Leiden, Tod oder Glauben. Zudem füttert er in seinen manchmal barock anmutenden Werken die immerwährende Sehnsucht des Kunstpublikums nach Größe und Pathos. Seine neoexpressiven Bilder zeigen damals wie heute große Gesten, die der Künstler – selbst eine Berühmtheit – ausführt und eine sinnliche, ausdrucksstarke Kunst schafft. Die stark farbigen Arbeiten sind oftmals durch eine unkonventionelle Materialität und fragmentarische Elemente gekennzeichnet, die durch unebene Oberflächen oder gebrochenes Glas und Porzellan erzeugt werden.


Vita

Geboren am 26. Oktober 1951 im New Yorker Stadtteil Brooklyn und aufgewachsen in Texas, studierte Schnabel von 1969 bis 1973 an der University of Houston in Texas. Mitte der siebziger Jahre nahm er am unabhängigen Studienprogramm des Whitney Museum of American Art in Manhattan teil, einem exklusiven Förderprogramm, das für zahlreiche Künstler, Kunstkritiker und Kuratoren ein wichtiger Karrierestartpunkt war. Zudem begab er sich Ende der siebziger Jahre auf Reisen und besuchte mehrere Länder in Europa, wo er sich weiter inspirieren ließ. Seine erste Einzelausstellung hatte er 1975 im Contemporary Arts Museum, Houston, auf die zahlreiche weitere Ausstellungen folgten wie unter anderem in der Tate Gallery London (1983), dem Whitney Museum of American Art (1987), Schirn Kunsthalle Frankfurt und Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid (beide 2004), The Beijing World Art Museum, China (2007), Museo Correr, Venedig (2011) und im Ludwig Museum im Deutschherrenhaus Koblenz (2015). Schnabel lebt und arbeitet in New York City und in Montauk (Long Island).